Tagesimpuls für Dienstag, 26. Mai

Tagesimpuls für Dienstag, 26. Mai
26 Mai 2020

Text: Joh 17, 1-11a

Thema: Der betende Jesus (“Der Vogel ist Vogel, wenn er singt, die Blume ist Blume, wenn sie blüht, der Mensch ist Mensch, wenn er betet).”

 

Gebet

Komm Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

Gott,
du hast die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt.
Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was recht ist,
und allezeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Psalmgebet

Ps 68 (67), 10-11.20-21

 

          R Singt für Gott,
          singt und spielt für den Herrn! – R

 

10      Gott, du ließest Regen strömen in Fülle

und erquicktest dein verschmachtendes Erbland.

11    Deine Geschöpfe finden dort Wohnung;

Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen. – (R)

20    Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag!

Gott trägt uns, er ist unsre Hilfe.

21    Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt,

Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod. – R

 Stille

Evangelium des Tages

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes                              Joh 17, 1-11a

In jener Zeit

1erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.

2Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.

3Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

4Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.

5Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.

6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.

7Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.

8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

9Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.

10Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.

11aIch bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

 Impuls zum Evangelium

Wir haben einen Teil vom hohepriesterlichen Gebet Jesu gelesen. Das 17. Kapitel des Johannes Evangelium geht um das persönliche Gebet, das Jesus ganz bewusst und innig an seinen himmlischen Vater richtet. Im ersten Teil des Kapitels betet Jesus für sich selbst(1-5). Im zweiten Teil betet Jesus für seine Jünger(6-19). Im dritten Teil betet er für alle Gläubigen(20-25).

Jesus betet. Das war nicht das erste Mal. Immer wieder lesen wir im Evangelium, wie er sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat um zum Vater zu beten. Mir geht es im heutigen Impuls nicht um den Inhalt seines hohepriesterlichen Gebets sondern allgemein um sein Gebetsleben. Muss er beten, hat er das Gebet nötig, bringt es ihm etwas? Er hat es nicht nötig trotzdem betet er. Er weiss das Gebet ist ein Schlüssel zum Herz Gottes. Jesus ist Gott und zugleich Sohn Gottes. Matthäus berichtet „ Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde(Matt. 28,18). Trotzdem vertieft er sich alle Tage im Gebet zum Vater.

Für Jesus muss das Gebet sein. Ein Fisch kann nicht ausserhalb des Wassers überleben, so schafft es der Mensch nicht ohne das Gebet(Padre Pio). Jesus betet. Es ist für ihn das wichtigste Kommunikationsmittel mit seinem Vater. Es zeigt wie viel er seinen Vater liebt. Die Liebe bewegt zur ständigen Kommunikation. Menschen die neu verliebt sind, verbringen viele Stunden am Tag miteinander im Dialog oder Telefonanruf oder Whatsapp-chat oder sogar Videochat.  Kann die Intensität unseres Gebetslebens darauf hinweisen, wie sehr wir Gott lieben? Jesus hat gewusst, obwohl er Gott ist, ist er nicht grosser als sein Vater. Jesus war demütig und Loyal gegenüber seinem Vater. Das zeigt sich in seinem Gebetsleben. „Vater verherrliche mich… Ich habe dich verherrlicht“.

Beten fällt uns nicht immer leicht. Man kann sich daran gewöhnen durch eine tägliche Übung. Ich habe keine Zeit ist natürlich eine häufige Ausrede. Was nicht genial scheint, ist wenn wir Zeit für alles haben aber keine Zeit für das Gebet.

Das Gebet tut uns gut. Mit dem Gebet kann ein Mensch viel erreichen. Jesus verspricht „Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet! Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet(Matt. 7,-8). Nun in der Zeit der Pfingstnovene bitten wir Gott um die Gaben des Heiligen Geistes.

Fürbitten

Wie Jesus beten auch wir und wenden uns voller Hoffnung und in gläubigem Vertrauen an unseren guten Gott:

-Für alle, die ihre Zeit und Kraft in Beruf und Ehrenamt einsetzen.-Für alle, die mutlos und resigniert sind, von Enttäuschungen ernüchtert und nichts Positives in ihrem Leben mehr erwarten.

-Für alle, die ihren Glauben fantasievoll leben, die sich in ihren Gemeinden engagieren und auch angesichts von Rückschlägen nicht resignieren.

-Für unsere Pfarrgemeinden, die vor Ort ein lebendiges Zeugnis geben für dein lebendiges Evangelium.

-Für diejenigen, die immer wieder im stillen Gebet die Anliegen ihrer Mitmenschen vor Gott hintragen.

Für die an Coronavirus verstorben sind und für ihre Familien.

Guter Gott, du kennst uns besser als wir uns selbst. Du schaust in unser Herz. Nimm unser Gebet an und lass es zum Segen für uns und andere werden. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen

 

 

Meditation

Als mein Gebet immer andächtiger wurde

Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde,

da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.

Zuletzt war ich ganz still.

Ich wurde,

was womöglich noch ein größerer Gegensatz

zum Reden ist,

ich wurde ein Hörer.

Ich meinte erst, Beten sei Reden.

Ich lernte aber,

dass Beten nicht bloß Schweigen ist,

sondern Hören.

So ist es:

Beten heisst nicht sich selbst reden hören.

Beten heisst:

Still werden und still sein und warten,

bis der Betende Gott hört.

(Sören Kierkegaard)

 

Schlusssegen

Der Gütige Gott segne und behüte uns und alle, die an unserem Leben teilnehmen, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

Kenneth Ekeugo

 

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