Tagesimpuls für Mittwoch, 27. Mai

Tagesimpuls für Mittwoch, 27. Mai
27 Mai 2020

Der Glaube überwindet alle Barrieren

 

‚Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;

jauchzt Gott mit lautem Jubel! Halleluja‘.      (Ps 47,2)

 

Dieser Psalmvers steht als Eröffnungsvers für die Messe des Tages im Messlektionar.

Beim Lesen dieses Psalmverses ist mir gleich ein Lied in den Sinn gekommen. Ich lade Sie ein, es anzuhören:

 

https://www.youtube.com/watch?v=iytkFSeh-ME

 

Dieses Lied findet sich auch in unserem Kirchengesangbuch (KG Nr. 536). Wem das Lied vertraut ist oder den Text im KG nachliest, wird feststellen, dass der Refrain etwas abgeändert ist.

Im Video oben auf Youtube heisst es:

‚Singt dem Herrn, alle Völker der Erde; Tag für Tag verkündet sein Heil‘.

Im Kirchengesangbuch (und in anderen Liederbüchern) heisst es:

‚Singt dem Herrn, alle Völker und Rassen, Tag für Tag verkündet sein Heil‘.

 

Wir könnten uns nun fragen, warum/woher dieser Unterschied; welche Fassung ist die ältere? Mir ist bis jetzt nur die Fassung wie sie bei uns im Kirchengesangbuch ist, bekannt gewesen. Erst beim Suchen, ob das Lied auf Youtube zu finden ist, bin ich auf die andere Fassung gestossen und finde es denkwürdig.

 

‚Singt dem Herrn, alle Völker und Rassen‘

Alle Völker und Rassen – alle Menschen sollen Gott singen und loben. Alle Menschen aus Osten und Westen, aus Süden und Norden – alle sollen Gott loben, alle gehören zusammen.

Alle zusammen werden gemeint, und doch betonen die Worte einen Unterschied: es wird von unterschiedlichen Rassen gesprochen. Doch mit dieser Bezeichnung werden klare Grenzen gezogen. Und dann besteht die Gefahr, dass sich die eine Rasse über die andere stellt. Das haben wir jahrhundertelang erlebt und ist auch heute noch nicht ganz überwunden.

 

Wenn wir uns umschauen, sehen wir natürlich, dass wir nicht alle die gleiche  Hautfarbe haben. Aber wir haben auch verschiedene Sprachen und Kulturen, usw.

Und doch bevölkern wir alle die gleiche Erde. Also gehören wir doch trotz Verschiedenheiten zusammen.

 

‚Singt dem Herrn, alle Völker der Erde‘

Den Refrain mit diesen Worten gesungen, bringt dies zum Ausdruck. Und Gott hat uns doch alle erschaffen und seine Schöpfung allen anvertraut.

 

Wir stehen kurz vor Pfingsten. Wenn wir den Pfingstbericht in der Apostelgeschichte lesen, erfahren wir dort, dass sich, erfüllt vom Heiligen Geist, plötzlich alle Menschen verstanden.

 

‚Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab‘ (Apg 2,4).

Und weiter:

‚Jeder hörte sie in seiner Sprache reden‘ (Apg 2,6).

‚Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden‘ (Apg 2,11).

Die Menschen konnten einander auch verstehen.

 

Zeigen uns diese Ausschnitte nicht auf wunderbare Weise, dass der gemeinsame Glaube Menschen verbindet?

Lassen wir uns an Pfingsten neu vom Heiligen Geist erfüllen und sein Feuer in uns wirksam werden. Lassen wir uns mit der Kraft des Heiligen Geistes ein, um Menschen neu kennenzulernen. Und werden wir wie die Menschen in der Apostelgeschichte: dass wir erfüllt vom Heiligen Geist einander verstehen über Kultur- und Sprachgrenzen hinweg.

 

Beten wir mit dem Tagesgebet:

Barmherziger Gott,

du versammelst deine Kirche im Heiligen Geist.

Gib, dass sie dir von ganzem Herzen dient

und in aufrichtiger Liebe die Einheit bewahrt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Wenn wir offen sind für die Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen und unseren Glaubensschwestern und –Brüdern, werden wir reich beschenkt. Diese Gemeinschaft trägt uns und dann können wir gemeinsam Gott loben und preisen und ihm singen:

 

Hören wir nochmals das Lied:

‚Singt dem Herrn, alle Völker der Erde‘

https://www.youtube.com/watch?v=iytkFSeh-ME

 

Gebet aus der Pfingstnovene vom Liturgischen Institut:

 

Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.
Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht,
Du Geist des Mutes, der uns stark macht.
Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Liebe, die uns einig macht.
Du Geist der Freude, die uns glücklich macht.
Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht.
Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht.
Komm, Heiliger Geist!

 

In Verbundenheit Beatrice Emmenegger

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