Tagesimpuls für Samstag, 30. Mai

Tagesimpuls für Samstag, 30. Mai
30 Mai 2020

Liebe Christin, lieber Christ,

Schritt für Schritt kommt mit den Lockerungen wieder ein Stück Alltag zurück. Während die einen wieder voll am öffentlichen Leben teilnehmen, wagen es andere noch nicht oder erst zögerlich.

Gerade ältere Mitmenschen waren in den letzten Wochen kaum zu sehen. Sie haben die Anweisungen des Bundesrates ernst genommen: ‚bleiben Sie zu Hause‘.

Von nun an sollen auch jene Personen, die einer Risikogruppe angehören, besonders 65+,  wieder am sozialen Leben teilnehmen. Gerade dies haben viele vermisst: einkaufen gehen und dann noch mit Freundinnen oder dem Kollegenkreis Kaffee trinken oder nach dem Feierabend mit den Arbeitskollegen auf ein Bier gehen.

Dass viele Menschen dies vermisst haben zeigt, wie wichtig es ist.

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen, von Gott so geschaffen. So dachte Gott schon beim ersten Menschen: ‚Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt‘(Gen 2,18).

Auch eine andere Stelle in der Bibel kommt mir in den Sinn, wo Menschen beieinander bleiben und aufeinander schauen, im Buch Rut. Nachdem ihre Männer gestorben sind macht sich Noemi mit ihren Schwiegertöchtern Rut und Orpa auf den Weg in ihre ursprüngliche Heimat. Noemi drängt dann beide Schwiegertöchter, in ihrem Land zu bleiben. Orpa gibt dann nach, doch Rut folgt Noemi. Sie sagt zu ihr: ‚Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott‘ (Rut 1,16). Im Neuen Testament lehrt Jesus den Menschen die Nächstenliebe und lebt sie selber vor.

In den letzten Wochen haben viele Menschen anderen geholfen, z.B. für ältere Menschen einzukaufen oder werden es gar weiterhin tun. Oftmals sind so neue Kontakte und Beziehungen entstanden.

Ganz am Anfang als alles still stand kam es so vor, als würde die Welt einen Moment den Atem anhalten. Nun beginnt sie an vielen Orten wieder zu leben.

 

Indem wir uns an die Schutz- und Hygienemassnahmen hielten, konnte eine grosse Verbreitung des Virus verhindert werden. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei. Es ist immer noch da. Doch der Stillstand hat uns bereits ein wenig gelernt, damit umzu-gehen.

Geniessen wir die Freiheiten, die wir wieder haben. Aber gehen wir trotzdem mit Respekt vor der Gefahr mit dieser Freiheit um. Behalten wir die Kontakte lebendig, die wir neu geschlossen haben und lassen wir jene, die wir vernachlässigen mussten, wieder neu aufleben.

 

Die Gemeinschaft in der Kirche durften wir in den letzten Wochen nicht direkt pflegen. Nur via Mails, Kirchenblatt, im Internet oder am Telefon.

Ab morgen Pfingstsonntag dürfen wieder öffentliche Gottesdienste feiern. Dort kommt unsere Gemeinschaft am intensivsten zum Ausdruck: im Gebet, im Hören auf die Heilige Schrift und in der Begegnung mit Jesus Christus im Heiligen Mahl.

 

Dass das Virus aber immer noch da ist, wird sich auch in den Kirchen und Gottes-diensten zeigen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, müssen beim Eingang die Hände desinfiziert werden und nur etwa ein Drittel der Plätze steht zur Verfügung: Distanz halten ist das wichtigste.

 

Wir vom Seelsorgeteam freuen uns, wieder gemeinsam mit Ihnen Gottesdienste zu feiern. Wir haben Sie vermisst. Wir können uns wieder persönlich begegnen.

Falls Sie sich nicht getrauen in die Gottesdienste zu kommen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir besuchen Sie gerne und/oder bringen Ihnen die Heilige Kommunion.

 

 

Dies ist nun der letzte Tagesimpuls. Wir hoffen, wir konnten Ihnen auf diese Weise nahe sein und Sie konnten durch unsere Texte und Gedanken jeweils etwas mitnehmen.

 

Bleiben Sie gesund. Tragen Sie zu sich Sorge.

In Verbundenheit und vielleicht auf bald persönlich:  Beatrice Emmenegger

 

 

Morgen ist Pfingsten. Ich lade Sie zum Beten des neuen Tages der Pfingstnovene ein.

Die Texte sind von der Homepage des Liturgischen Instituts: www.liturgie.ch

 

 ERÖFFNUNG

Das Anzünden einer Kerze symbolisiert die Wärme, Liebe, Nähe und das Licht Gottes.

Jesus Christus, zu wem soll ich gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Kurze Stille. Ich werde mir bewusst, dass Gott jetzt und hier bei mir ist.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

GEBET UM DEN HEILIGEN GEIST

Ich bitte um das Kommen des Heiligen Geistes.

Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.
Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht,
Du Geist des Mutes, der uns stark macht.
Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Liebe, die uns einig macht.
Du Geist der Freude, die uns glücklich macht.
Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht.
Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht.
Komm, Heiliger Geist!

LESUNG EINES BIBELVERSES

Ich lese die Worte laut, sodass ich sie auch höre.

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit. … Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!      Gal 5,22f.25

Ich schliesse die Augen und lasse die Worte in mir nachklingen.

GEDANKEN ZUR LESUNG

Aber ist es in der heutigen Welt möglich, so zu leben?
Was suche ich am meisten in meinem Leben?
Versuche ich, mit Menschen gut zu leben?

HEILIG-GEIST-LIED

Veni sancte spiritus (z.B. Taizé)
Ich singe dieses Lied oder höre es mir an:  https://www.youtube.com/watch?v=WmxXwAgkhWQ&feature=youtu.be

BITTEN

Zusammen mit allen, die heute diese Novene beten, bitte ich dich, Gott:

  • Beende die Pandemie. Gib uns Weisheit und Kraft, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.
  • Gib uns Mut zu lieben und zu dienen, hier in diesem Land, das uns so gut aufnimmt.
  • Erwecke in uns den Wunsch, eine bessere, gerechtere Welt aufzubauen.

 

Ich schliesse die Bitten mit dem Vaterunser ab.

 

 

Segensbitte

Danken wir Gott, wenn bis jetzt alles gut gegangen ist und bitten wir ihn um seinen Schutz und Segen, dass wir auch in der künftigen Zeit vor Unheil und Schaden bewahrt werden.

 

Es segne mich der Vater, der mich erschaffen hat; es behüte mich der Sohn, der für mich am Kreuz gelitten hat; es erleuchte mich der Heilige Geist, der in mir lebt und wirkt. Amen.

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